Blasmusik, Märchen und viel Schlemmerei

Niemegker Weihnachtsmarkt war ein kleines Street-Food-Festival

Niemegk Der Niemegker Weihnachtsmarkt bot wieder einen besonderen Anziehungspunkt. Der Feuerwehrverein, Bürgermeister Hans-Joachim Linthe sowie weitere Vereine und Organisationen hatten sich viel Mühe gegeben, um allen ein paar gemütliche Stunden zu ermöglichen. Viele Besucher nutzten den Treffpunkt, um Verwandte, Bekannte und Nachbarn zu treffen. Gemeinsam wurde auf den Beginn der schönen, besinnlichen Zeit anzustoßen. Dazu gab es vornehmlich Glühwein mit und ohne Schuss, für andere Bier oder freilich auch nicht alkoholische Getränke mehr.

Die zahlreichen Akteure auf dem Kirchplatz luden die Gäste diesmal zu einem kleinen Street-Food-Festival rund um die St. Johanniskirche in Niemegk ein. Bürgermeister Hans-Joachim Linthe und Feuerwehrvereinschef Jörg Böttche  hatten mit dem traditionellen Anschnitt des Stollens – gestiftet von Bäckermeister Dirk Kelm und dem Stadtoberhaupt – quasi den Startschuss für die Schlemmerei gegeben. Stück für Stück ging der Stollen für den guten Zweck weg. Über 100 Euro – die genaue Summe ist noch nicht bekannt – soll der Familie in Groß Marzehns zugute kommen, die vom Brand ihres Hauses  betroffen ist. Dabei war der Familienvater tödlich verunglückt.

Die Kita „Spatzennest“ war mit ihrem Kuchenbuffet gleich zu Beginn des Schlemmer-Marktes der Renner am Nachmittag. Etwas später wurde es auf dem Kirchplatz deftiger. Familie Kühn reichte deutschen Grünkohl wahlweise mit Knacker oder Bockwurst. Am Stand des NCC hielt Patrick Paschke Currywurst und Pommes bereit. Beim Feuerwehrverein gab es Thüringer Bratwurst. Bei den Niemegker Sportfischern ging die geräucherte Forelle weg wie warme Semmeln. Eine Fischerei aus Brandenburg an der Havel brachte den Niemegkern den märkischen Fisch etwas näher. Und Ronny Kamischke war im Vorfeld des Weihnachtsmarktes offenkundig auf der Jagd, um alles vom Wild feil zu bieten.

Der kulinarische Genuss fand noch längst kein Ende. Gabi Eissenberger von der Garreyer Pension „Zum weißen Raben“ und ihre befreundeten Flüchtlinge brachten internationales Flair nach Niemegk. Leckere Spezialitäten aus den Küchen Russlands, Afghanistans und Arabiens waren im Angebot. Annette Krebs schwärmte von Afghanische Mantu (Teigtaschen), die so lecker waren, dass sie schon bald aufgegessen waren. Chilli Con Carne – stammt wahrscheinlich aus dem Süden Nordamerikas – war ebenfalls im Angebot. Unbedingt probieren musste man russische Blinys (Teigtaschen9 – pur, mit Quark oder Huhn gefüllt – ein Genuss!

Selbst für den Nachtisch war auf dem Niemegker Weihnachtsmarkt gesorgt. Die Damen von der B.O.S.S. Schulküche hatten sich auf Süßes spezialisiert. Michaela Gabler empfahl schokolierte Früchte – Äpfel, Bananen oder Weintrauben, die Auswahl war gut.

Bei so viel Nascherei kam auch die Kultur nicht zu kurz. Die Formation „Brass for Five“ des Fanfarenzuges Wolfen wahr eine echte Bereicherung für den hiesigen Niemegker Weihnachtsmarkt. Vermittelt wurde die Band von den Niemegkern, deren Dorf der Braunkohle zum Opfer fiel. Als Repräsentant war Herbert Rost mit Familie angereist. Die Blechbläser im Santa-Claus- bzw. Schneemann-Kostüm spielten beschwingt weihnachtliche Weisen – wie z. b. Lasst uns froh und munter sein, Kling Glöckchen lingelingeling, O du fröhliche, White Christmas… So sorgten die Musiker für viel Stimmung.

In der St. Johanniskirche entzündete Pfarrer Daniel Geißler die erste Kerze am Adventskranz und verkündete die Vorfreude auf Weihnachten. Es schloss sich ein knapp 90 Minuten dauerndes gemeinsames Konzert des St-Johannis-Chors Niemegk, des Gemischten Chors Belzig e.V. und Schülern der Kreismusikschule Engelbert Humperdinck an der Orgel statt. Sehr gelungen war auch des lange erwarteten Fläming-Quartetts. Zum Konzert war die Kirche mit der neuen Ausstellung des Haseloffer Holzkünstlers Bernd Koltzenburg sehr schön und aufwendig geschmückt. Es waren  Figuren zum 200. Jubiläum des Liedes „Stille Nacht, Heilige Nacht“  zu sehen.

Am Nachmittag hatten die Erzieher der Johanniter-Kita das Märchen Frau Holle aufgeführt.

Author: Gunnar Neubert

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