Kommentar: Verkehrte Welt in Niemegk

Niemegk hat in Sachen Entwicklung eines neuen Wohngebietes für den Bau von Eigenheimen in den vergangenen 30 Jahren die Zeit verschlafen – weder in der Stadt noch auf den Dörfern gab es nennenswerte Entwicklungen. Dafür sind Rat und Verwaltung nicht müde geworden, regelmäßig den Verlust an Einwohnern zu beklagen. Der Tendenz etwas entgegen zu setzen, darauf sind die Damen und Herren im Rathaus nicht gekommen. Selbst als vor zwei Jahren die Größe der möglichen Entwicklungsfläche für eine Wohnbebauung gesetzlich erweitert wurde, blieb das mögliche Potenzial ungenutzt.

Und nun kommt tatsächlich ein Vorstoß der Stadt, der im Ansatz schon schizophren anmutet. Bürgermeister Hans-Joachim Linthe wünscht sich gleich nach seiner Wiederwahl neue Windräder am Horizont von Niemegk. Davon hat er vor der Kommunalwahl gar nichts gesagt! Gleichzeitig schlagen Linthe & Co. in der Nachbarschaft ein 27000 Quadratmeter großes Wohngebiet „Am Weinberg“ vor. Einen ganzen Wald will Linthe und seine Mitstreiter abholzen lassen, um darauf zu vertrauen, dass Familien ihre Eigenheime im Schlagschatten von Windrädern errichten.

Selbst wenn es hoffentlich genug Aktivisten gibt, die den irrwitzigen Plan des Wohngebietes „Am Weinberg“ durchkreuzen, die mögliche Umsetzung der Alternative wird mit den Vorstellungen des Bürgermeisters kollidieren. In ein Wohngebiet „Lärchenwäldchen“ wird wohl kaum ein Investor investieren, wenn in der Nachbarschaft neue Windräder entstehen sollen. Wenn Bürgermeister Linthe das anders sieht, muss er das einmal erklären! Darauf darf ein jeder gespannt sein.

Author: Gunnar Neubert

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