Nach dem Hahnenfall gab’s Freibier

Klein Marzehns Beim Dorffest am Wochenende in Klein Marzehns war das traditionelle Hahnereiten nicht nur der Höhepunkt, sondern auch überaus unterhaltsam. Denn die Zuschauer sahen den einen oder anderen Reiter im Sattel, den man es vielleicht garnicht mehr zugetraut hätte. Ohnehin ist Klein Marzehns weniger für den Reitsport, vielmehr im Fahrsport weit über die Landesgrenze bekannt.

Zehn Jahre gab es kein Hahnereiten mehr in Klein Marzehns. „Aber der Hahn und der Galgen wurden gut behütet aufbewahrt, zwischenzeitlich auch in Cobbelsdorf untergestellt“, erklärte Ortsvorsteher Sven Kucharski. Am Sonnabend waren Hahn und Galgen wieder am alten Platz. Wer das Reiterspiel noch nicht kennt: Bei dem traditionellen Hahnereiten geht es darum, im Trab oder Galopp nacheinander am Galgen vorbeizureiten und den aufgeschraubten Holzhahn anzudrehen. Gewonnen hat jener Reiter, bei dem der Hahn vom Schraubgewinde fällt.  Klingt simpel, ist aber nicht immer einfach. Denn manche Pferde machen einen Bogen drum, manche Reiten schlagen verkehrt herum, so dass der Hahn wieder aufgeschraubt, statt abgeschraubt wird.

Unter dem Kommando von Master Siegfried Mahlow ging es in die erste Runde: Andreas Mahlow, Heiko Heß, Christoph Jentsch, Nicole Liebe und Nicki Pfeifer. Es dauerte nicht lange fiel der Hahn zu Boden, Nicole Liebe hatte das Ende des Gewindes erreicht. In der nächsten Runde schlug die junge Frau den Hahn abermals vom Gewinde. Ronny Kucharski brachte den Hahn wieder in seine Ausgangsposition.

Zwischenzeitlich hatten einige Reiter gewechselt. So waren Dajana Pfeifer, Torsten Engel, Diana Kucharski, Bernd Schonert, Herbert Karius und Thomas Schäl zu erleben. Die vier Männer hatten schon längere Zeit in keinem Pferdesattel gesessen. Dennoch meisterten sie die Herausforderung. Nur Herbert Karius fand bei „seinem“ Pferd nicht die richtige Gang-Art – weder Trab noch Galopp gelangen. Somit war für gute Unterhaltung gesorgt. „Herbert, kommt doch mal“, riefen die Zuschauer ihm zu.

Torsten Engel und Thomas Schäl schlugen jeweils den Hahn ab und pflegte einen weiteren Brauch: Sie gaben gemeinsam ein Faß Bier aus. Die Zuschauer hat es gefreut. Nur Schäls Frau Heike war sich unsicher: „Wie soll ick dat wieder in der Haushaltskasse verbuchen.“

Das volkstümliche Treiben ging schon bald weiter. Die Kinder tobten auf der Hüpfburg und erfrischten sich am Eiswagen. Die Erwachsenen wählten entweder Kaffee und Kuchen oder Bier und Grillwürstchen. Gern genutzt wurde die Bierglasrutsche, hier war viel Gefühl gefragt. Um nicht weniger Gefühl, ein wenig Augenmaß und etwas Glück ging es an der Kegelbahn. Hier wurde ein Spanferkel – gestiftet von der Hoher Fläming eG Rädigke-Niemegk – ausgekegelt. Mit 19 Punkten war Ronny Kucharski am Ende der Gewinner, demnach hat er Schwein gehabt! Herzlichen Glückwunsch!

Sehr hübsch anzusehen waren die Darbietungen der Marzehnser Indianer-Kinder. Auf „Ursus“ zeigten Anton (7 Jahre), Miriam (8 Jahre) und Leonie (9) wie sicher sie (teilweise nach wenigen Wochen) sich schon auf dem Pferd bewegen. Das war eine tolle Leistung der drei. Der kleine Jonas (3 Jahre) war zwar bei den Indianerkindern dabei, zog es aber vor, sein Können erst beim nächsten Mal zu zeigen. Alle Kinder bekamen einen herzlichen Applaus und ein Präsent.

Unter den Gästen waren auch die Groß Marzehnser und die Rabener Karnevalisten. Die Narren sangen und tanzten und warben schon für ihren Kartenvorverkauf.

Bereits am Morgen gab es in Klein Marzehns eine Generalprobe zum Kreisleistungspflügen anlässlich des Kreisentefestes in Niemegk. „Wir gingen mit 3 Gespanne und 5 Traktoren an den Start. Ein jeder gab sein bestes“, berichtete Siegfried Mahlow. Mit Sohn Andreas war er mit einem Pferdegespann am Start. Jeder Teilnehmer erhielt als Dank Rapsöl aus Rädigke und einen Imbiss (Fotos Pflügen: Sven Kucharski).

Author: Gunnar Neubert

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