Niemegk – Pleiten, Pech & Pannen bei Bauplätzen

Das rbb-Magazin „Brandenburg aktuell“ hat über die Demo für eine Apotheke in Niemegk berichtet, ob wohl sie schon ein halbes Jahr geschlosssen ist. Thematisiert wurde auch die Schließung der Arztpraxis am Kirchplatz. Von den Tatsachen nach dem Motto Pleiten, Pech & Pannen sind viele Patienten aus Niemegk und Umgebung betroffen. Hier der Beitrag des RBB (zeitlich befristet abrufbar):

https://www.rbb-online.de/brandenburgaktuell/archiv/20191111_1930/demo-fuer-apotheke.html

Weniger im Fokus der Berichterstattung der Medien stand leider, die Strukturprobleme von Niemegk, die immer wieder zu Pleiten, Pech und Pannen führen. Es gibt keine zusätzlichen Arbeitsplätze, weil die Erweiterung des Industriegebietes seit zehn Jahren geplant wird. Außerdem sind mögliche Investoren längst noch nicht in Sicht.

Die Bevölkerungszahl reduzierte sich lange Zeit und stagniert nun. Ein Grund: Die Stadtverordneten und die Amtsverwaltung halten an alten Auffassungen fest, dass erst kleine, verfallene Häuser im Stadtzentrum wiederbelebt werden sollen, bevor ein neues Wohngebiet ausgewiesen werden soll. Das alte Kloster  ist dafür ein symbolträchtiges Gebäude für Niemegk.

Selbst die gesetzliche Lockerung (beschleunigtes Verfahren nach BGB) – vor drei Jahren erlassen – zur Ausweisung von neuen Wohngebieten ließen die Stadtverordneten bis heute ungenutzt. Zum Vorteil der Verwaltung, weil sie so weniger Arbeit hat.

Verbale Pläne für eine Wohnbebauung gab es genug, Nur umgesetzt wurde nicht ein Vorhaben. In der Wendezeit war noch das Wohngebiet „Paradiesmühlenweg“ im Gespräch. Eine Bebauung des Garagenkomplexes (ehemalige Ratsteiche) ist lange diskutiert worden, aber letztlich nicht bis zum Ende gebracht worden.

Ganz heiß diskutiert wurde vor drei Jahren, bereits an der Feldstraße/Mühlenstraße bzw. Kemptweg Baufelder ausweisen zu wollen. Nichts ist passiert. Etwas später rückten fünf mögliche Baufelder an der Jüterboger Straße in den Fokus. Eklatante Fehler in der Niemegker Amtsverwaltung und der Widerstand eines zahlungskräftigen Berliner Architekten und Ökogartennutzers ließen das Vorhaben bereits im Keim ersticken.

Die Stadt ist erst jüngst auf die Nase gefallen, als der Weinberg für eine Wohnbebauung ins Gespräch kam. Da wehte den Damen und Herren im Rathaus ein stürmischer Gegenwind entgegen. Stadtverordnete Bärbel Schüler als Anwohnerin und ihre Nachbarn liefen im warsten Sinne des Wortes Sturm. Wieder eine Pleite für die Stadt!

Ebenso nicht umgesetzt werden kann das Wohngebiet „Lärchenwäldchen“, das als fertiger Plan im Schreibtisch der Familie Pietrucha liegt. Da zwischen Unternehmer Ulrich Pietrucha und Bürgermeister Linthe (SPD) eine alte Männerfeindschaft besteht, wird auch dem Vorhaben kaum eine Chance auf Verwirklichung eingeräumt.

Bleibt also nur noch das von die unbefestigte Wiesenstraße – das wird bestimmt ein attraktives Wohngebiet mit 100 Eigenheimen. Auf gehts! Unterdessen erzählen sich die Niemegker, wer alles in  Niemegk oder im Amtsgebiet bauen wollte, aber keinen Bauplatz fand und wegzog. Prominentes Beispiel lieferte Niemegks Kämmerin Angela Hertel. Sie zog von Garrey nach  Brück und baute sich dort ein Eigenheim. Pech für Niemegk! Glück für Brück!

 

Author: Gunnar Neubert

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